
Europäische Union: Alle 27 Mitgliedstaaten und Kandidaten
Man kennt das: Man liest eine Nachricht über die EU, ein neues Gesetz oder einen Beitrittskandidaten – und fragt sich, welche Länder eigentlich genau dabei sind. Die Antwort ist überraschend dynamisch: Aus sechs Gründungsstaaten von 1957 sind heute 27 Mitglieder geworden, mit einer wechselhaften Geschichte aus Erweiterungen und einem Austritt.
Mitgliedstaaten: 27 ·
Gründungsjahr: 1957 (EWG) ·
Länder mit Euro: 20 ·
Einwohnerzahl: ca. 447 Millionen ·
Beitrittskandidaten: 7 ·
Austritte: 1 (Vereinigtes Königreich 2020)
Kurzüberblick
- 27 Mitgliedstaaten (Europäische Union)
- Kroatien jüngstes Mitglied seit 2013 (Europäische Kommission)
- 20 Länder in der Eurozone (Europäische Union)
- Zeitplan für Bulgariens Euro-Einführung unsicher
- Nächste Beitrittskandidaten noch in Verhandlung
- Zukünftige Erweiterungen politisch offen
- 1957: 6 Gründerstaaten
- 2004: Größte Erweiterung (10 Länder)
- 2013: Kroatien als 28. Mitglied
- 2020: Brexit als erster Austritt
- Bulgarien plant Euro-Einführung
- Neue Beitrittskandidaten in Verhandlungen
- Erweiterungspolitik bleibt prioritär
Die 27 Mitgliedstaaten verteilen sich über den Kontinent, jedes mit einem eigenen Beitrittsjahr und einer eigenen Geschichte. Die Tabelle zeigt das Muster: Die Erweiterungen kamen in Schüben, oft politisch motiviert.
| Land | Beitrittsjahr | Europäische Union |
|---|---|---|
| Belgien | 1957 (Gründung) | Ja |
| Deutschland | 1957 (Gründung) | Ja |
| Frankreich | 1957 (Gründung) | Ja |
| Italien | 1957 (Gründung) | Ja |
| Luxemburg | 1957 (Gründung) | Ja |
| Niederlande | 1957 (Gründung) | Ja |
| Dänemark | 1973 | Ja |
| Irland | 1973 | Ja |
| Vereinigtes Königreich | 1973 | Nein (2020 ausgetreten) |
| Griechenland | 1981 | Ja |
| Portugal | 1986 | Ja |
| Spanien | 1986 | Ja |
| Österreich | 1995 | Ja |
| Finnland | 1995 | Ja |
| Schweden | 1995 | Ja |
| Zypern | 2004 | Ja |
| Estland | 2004 | Ja |
| Lettland | 2004 | Ja |
| Litauen | 2004 | Ja |
| Malta | 2004 | Ja |
| Polen | 2004 | Ja |
| Slowakei | 2004 | Ja |
| Slowenien | 2004 | Ja |
| Tschechien | 2004 | Ja |
| Ungarn | 2004 | Ja |
| Bulgarien | 2007 | Ja |
| Rumänien | 2007 | Ja |
| Kroatien | 2013 | Ja |
Das Muster: Sechs Gründungsmitglieder legten den Grundstein, dann folgten sieben Erweiterungsrunden – die größte 2004 mit zehn neuen Ländern. Die Implikation: Jede Erweiterung war eine strategische Entscheidung, nicht nur eine formale Aufnahme.
Welche Länder sind in der Europäischen Union?
Liste der 27 EU-Mitgliedstaaten
- Die EU hat aktuell 27 Mitgliedstaaten, bestätigt durch die Europäische Union (offizielle Institution).
- Kroatien ist der jüngste Mitgliedstaat und trat am 1. Juli 2013 bei, so die Europäische Kommission (EU-Erweiterungsbehörde).
- Der Austritt des Vereinigten Königreichs erfolgte am 31. Januar 2020, dokumentiert vom Auswärtigen Amt (deutsches Außenministerium).
Beitrittsjahre der Mitglieder
- 1957: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande (Gründung der EWG).
- 1973: Dänemark, Irland, Vereinigtes Königreich.
- 1981: Griechenland.
- 1986: Portugal, Spanien.
- 1995: Österreich, Finnland, Schweden.
- 2004: Zehn Länder (größte Erweiterung).
- 2007: Bulgarien, Rumänien.
- 2013: Kroatien.
Die größte Erweiterung 2004 war nicht nur quantitativ, sondern politisch – sie heilte die Teilung Europas nach dem Kalten Krieg.
Welche europäischen Länder gehören nicht zur EU?
Nicht-EU-Länder in Europa
- Norwegen, Island, Schweiz und Liechtenstein gehören nicht zur EU, sind aber über den EWR oder bilaterale Verträge an den Binnenmarkt angebunden.
- Kleinstaaten wie Vatikanstadt, Monaco, San Marino und Andorra sind souveräne Staaten ohne EU-Mitgliedschaft.
- Gründe für Nichtmitgliedschaft reichen von Souveränitätsbedenken bis zu EU-Skepsis, wie das Auswärtige Amt (deutsches Außenministerium) analysiert.
EWR- und EFTA-Mitglieder
- Der Europäische Wirtschaftsraum (EWR) umfasst die EU-Staaten plus Island, Liechtenstein und Norwegen.
- Die EFTA (Europäische Freihandelsassoziation) besteht aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz.
- Die Schweiz ist per Verträge bilateral mit der EU verbunden, nicht über den EWR.
Die Schweiz liegt geografisch im Herzen Europas, ist wirtschaftlich eng mit der EU verflochten, aber politisch souverän – ein Modell, das für Norwegen und Island ähnlich attraktiv bleibt.
Warum sind die Norweger nicht in der EU?
Historische Referenden (1972 und 1994)
- Norwegen stimmte zweimal über einen EU-Beitritt ab und lehnte ab: 1972 mit 53,5 % Nein-Stimmen und 1994 mit 52,2 % Nein-Stimmen.
- Die Ablehnung war in ländlichen Regionen und unter Fischern besonders stark.
Wirtschaftliche Gründe (Öl, Fischerei)
- Norwegens Fischerei- und Ölinteressen stehen im Vordergrund: Eine EU-Mitgliedschaft würde die Kontrolle über die Ressourcen einschränken.
- Der norwegische Ministerpräsident argumentierte wiederholt, dass die EWR-Mitgliedschaft die Vorteile des Binnenmarkts bringe, ohne die Souveränität über Fischerei zu opfern.
EWR-Mitgliedschaft als Alternative
- Norwegen ist über den EWR mit dem Binnenmarkt verbunden, was den Zugang zu 447 Millionen Verbrauchern ermöglicht, ohne EU-Vollmitglied zu sein.
- Diese Lösung erlaubt Norwegen, eigene Handelsabkommen zu schließen und die Fischereipolitik selbst zu bestimmen.
Der norwegische Kompromiss könnte für andere Nichtmitglieder zum Modell werden: Binnenmarktvorteile ohne politische Vollintegration.
Welches Land bekommt als nächstes den Euro?
Beitrittskandidaten zur Eurozone
- Derzeit verwenden 20 der 27 EU-Mitgliedstaaten den Euro als Währung.
- Bulgarien strebt die Euro-Einführung an, voraussichtlich 2025 oder 2026, so das Europäische Parlament (EU-Gesetzgebungsbehörde).
- Kroatien hat den Euro am 1. Januar 2023 eingeführt – das jüngste Euro-Mitglied.
Kriterien für den Euro-Beitritt
- Die Maastricht-Kriterien verlangen Preisstabilität, solide öffentliche Finanzen, Wechselkursstabilität und niedrige langfristige Zinssätze.
- Bulgarien erfüllt die Konvergenzkriterien weitgehend, aber der genaue Termin hängt von der politischen Entscheidung der EU-Institutionen ab.
Der Trade-off: Die Eurozone wächst, aber jedes neue Mitglied muss wirtschaftlich fit sein – eine Hürde, die Bulgarien noch nimmt.
Wer ist das 28. Mitglied der Europäischen Union?
Kroatien als 28. Mitglied (2013)
- Kroatien trat am 1. Juli 2013 als 28. Mitglied der EU bei.
- Dies war die letzte Erweiterung vor dem Brexit.
Brexit und Reduzierung auf 27
- Der Austritt des Vereinigten Königreichs am 31. Januar 2020 reduzierte die Zahl der Mitgliedstaaten wieder auf 27.
- Das Vereinigte Königreich ist der erste und bisher einzige Staat, der die EU verlassen hat.
Zukünftige Erweiterungen
- Aktuelle Beitrittskandidaten sind Albanien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien, die Türkei und die Ukraine, laut der Europäische Kommission (EU-Erweiterungsbehörde).
- Das Kosovo stellte im Dezember 2022 einen Antrag auf Aufnahme.
- Die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei sind seit 2018 eingefroren.
Timeline der EU-Erweiterung
- : Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) durch 6 Länder: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande.
- : Erste Erweiterung um Dänemark, Irland, Vereinigtes Königreich.
- : Griechenland tritt bei.
- : Spanien und Portugal treten bei.
- : Gründung der Europäischen Union durch den Vertrag von Maastricht.
- : Österreich, Finnland, Schweden treten bei.
- : Größte Erweiterung mit 10 neuen Mitgliedern (Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Malta, Zypern).
- : Bulgarien, Rumänien treten bei.
- : Kroatien wird 28. Mitglied.
- : Austritt des Vereinigten Königreichs (Brexit).
Das Muster: Jede Erweiterung spiegelte politische Umbrüche wider – das Ende der Diktaturen in Südeuropa, der Fall des Eisernen Vorhangs und die Integration des Westbalkans.
Bestätigte Fakten und Unklarheiten
Bestätigte Fakten
- 27 Mitgliedstaaten (seit 2020).
- 20 Länder in der Eurozone.
- Kroatien ist das jüngste Mitglied (seit 2013).
- Brexit abgeschlossen (31. Januar 2020).
- Die EU hat sich seit 1957 sieben Mal erweitert.
Was unklar ist
- Zeitplan für Bulgariens Euro-Einführung – könnte 2025 oder 2026 sein, aber nicht bestätigt.
- Nächste Beitrittskandidaten: Die Beitrittsverhandlungen mit Albanien, Nordmazedonien, Montenegro, Serbien und Bosnien sind im Gange, aber Termine unsicher.
- Zukünftige Erweiterungen hängen von politischen Entwicklungen in den Kandidatenländern ab.
Zitate und Perspektiven
„Die Erweiterung ist eine geopolitische Investition in Frieden, Sicherheit und Wohlstand auf dem gesamten Kontinent.“
— Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin
„Norwegen hat sich zweimal demokratisch gegen einen EU-Beitritt entschieden – die Fischerei- und Ölinteressen sind zu wichtig, um sie aufzugeben.“
— Norwegischer Ministerpräsident (aktuelle Stellungnahme)
de.wikipedia.org, commission.europa.eu, de.wikipedia.org, europaimunterricht.de, europarl.europa.eu, de.wikipedia.org, domradio.de, aph.gov.au
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Länder haben den Euro?
20 der 27 EU-Mitgliedstaaten verwenden den Euro als offizielle Währung.
Was ist der Unterschied zwischen EU und Eurozone?
Die EU umfasst alle 27 Mitgliedstaaten, während die Eurozone nur die 20 Länder umfasst, die den Euro eingeführt haben.
Welche Länder sind Schengen-Mitglieder?
Die meisten EU-Länder sind im Schengen-Raum, aber nicht alle: Irland und Zypern sind nicht dabei, während Island, Norwegen, Schweiz und Liechtenstein als Nicht-EU-Länder teilnehmen.
Kann ein Land die EU verlassen?
Ja, der Austritt ist nach Artikel 50 EU-Vertrag möglich. Das Vereinigte Königreich hat als erster Staat diesen Schritt 2020 vollzogen.
Wie wird ein Land EU-Mitglied?
Ein Land muss die Kopenhagener Kriterien erfüllen (demokratische Institutionen, Marktwirtschaft, Übernahme des EU-Rechts) und dann Beitrittsverhandlungen mit der EU-Kommission führen.
Was ist der EWR?
Der Europäische Wirtschaftsraum (EWR) verbindet die EU mit Island, Liechtenstein und Norwegen und ermöglicht die Teilnahme am Binnenmarkt ohne Vollmitgliedschaft.
Welche Länder sind in der EFTA?
Die EFTA (Europäische Freihandelsassoziation) umfasst Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz.
Ist die Schweiz in der EU?
Nein, die Schweiz ist kein EU-Mitglied, aber durch bilaterale Verträge eng an die EU angebunden.