Wer schon einmal auf einer Raststätte das vertraute Knistern eines CB-Funks gehört hat, weiß: Der Jedermannfunk ist längst nicht tot. Auch 2025 tummeln sich tausende Funker auf den 40 Kanälen – legal, lizenzfrei und voller eigener Kultur.

Anzahl der CB-Funk-Kanäle: 40 ·
Frequenzbereich: 26,965 – 27,405 MHz ·
Maximale Sendeleistung (FM) in Deutschland: 4 Watt ·
Typische Reichweite: 5–10 km ·
Jahr der Legalisierung in Großbritannien: 1981

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
  • 1970er Jahre: CB-Funk in Großbritannien illegal, viele Nutzer im Untergrund (Wikipedia)
  • 1981: Legalisierung des CB-Funks in Großbritannien (Wikipedia)
  • 2022: Gerüchte über ein CB-Funk-Verbot in Deutschland (nicht bestätigt) (MWF-Service)
4Wie es weitergeht

Sechs Eckdaten, die das CB-Funk-Universum aufspannen – vom Frequenzband bis zur Lizenzpflicht:

Merkmal Wert
Frequenzband 26,965 – 27,405 MHz (DL3FTZ)
Kanalanzahl 40 (DL3FTZ)
Modulation FM (vorwiegend), AM, SSB (Bundesnetzagentur)
Maximale Sendeleistung (FM) 4 Watt (Deutschland) (Bundesnetzagentur)
Typische Reichweite 5–10 km, unter guten Bedingungen bis 20 km (WiMo)
Lizenzpflicht Nein in DE, Ja in Irland

Gibt es CB-Funk noch?

Aktuelle Verbreitung des CB-Funks

  • CB-Funk existiert weiterhin und wird von Enthusiasten genutzt – Schätzungen gehen von mehreren zehntausend aktiven Funkern in Deutschland aus (WiMo)
  • In vielen europäischen Ländern ist der Dienst anmeldefrei, in Großbritannien seit 1981 legalisiert

Die Behauptung, CB-Funk sei tot, hält einer Überprüfung nicht stand. Gerade auf den Fernverkehrsstraßen und in ländlichen Regionen ist der Funk lebendig – und das völlig legal, ohne Lizenz und ohne monatliche Kosten.

CB-Funk in Deutschland im Jahr 2025

  • Die Bundesnetzagentur regelt den CB-Funk über die Allgemeinzuteilung Vfg. Nr. 21/2021 – der Funk ist eine private, nicht kommerzielle Funkanwendung (Bundesnetzagentur)
  • CB-Funkgeräte müssen CE-gekennzeichnet sein und den Anforderungen des Funkanlagenrechts genügen (Wikipedia)
  • Die Nutzung nicht zugeteilter Frequenzen ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit Geldbuße geahndet werden (Wikipedia)

Was das bedeutet: Der Einstieg ist denkbar einfach – Gerät kaufen, einschalten, losfunken. Die Fallstricke liegen im Detail, etwa bei unerlaubten Frequenzen oder Leistungsverstärkern.

Der Haken

Die scheinbare Freiheit des lizenzfreien Funks verführt manchen Einsteiger dazu, die erlaubte Sendeleistung zu überschreiten. Das kann teuer werden: Die Bundesnetzagentur verfolgt Verstöße aktiv, besonders wenn Störungen bei Behördenfunk gemeldet werden (Bundesnetzagentur).

Die Folgen eines Verstoßes können Geldbußen und die Einziehung des Geräts sein – für Neueinsteiger ein teures Lehrgeld.

Sind CB-Funkgeräte in Irland legal?

Ein Vergleich von drei Ländern zeigt, wie unterschiedlich nationale Regeln sein können:

Aspekt Deutschland Irland Großbritannien
Legalität Legal, lizenzfrei (Bundesnetzagentur) Legal, aber lizenzpflichtig Legal, lizenzfrei seit 1981
Kanäle 80 (CEPT 40 + nationale Zusätze) 40 (CEPT) 40 (CEPT)
Sendeleistung FM 4 Watt (Bundesnetzagentur) 4 Watt (typisch) 4 Watt

Drei Länder, drei Rechtslagen – der Blick über die Grenze lohnt sich besonders für Reisende mit CB-Anlage im Fahrzeug. In Irland braucht man eine Lizenz, in Großbritannien nicht mehr, in Deutschland sowieso nicht.

Was zu beachten ist

Wer mit dem CB-Funk nach Irland reist, muss vorab eine irische Lizenz beantragen – sonst droht ein Verstoß gegen das dortige Telekommunikationsgesetz. Der deutsche Frequenzbereich (inklusive der Kanäle 41–80) ist in Irland ohnehin nicht nutzbar (MWF-Service).

Das Risiko von Strafen in Irland ist real – ohne gültige Lizenz wird das Gerät oft beschlagnahmt.

Was sind die 40 CB-Frequenzen?

Die 40 CB-Funk-Kanäle im Detail

Der europäische CEPT-CB-Bereich umfasst 40 Kanäle von 26,965 MHz bis 27,405 MHz. In Deutschland kommen weitere Kanäle (41–80) hinzu, die jedoch in Grenznähe nicht verwendet werden dürfen (DL3FTZ).

Kanal Frequenz (MHz) Typische Nutzung
1 26,965 Allgemeiner Funkverkehr
9 27,065 Notrufkanal (WiMo)
14 27,125 Fahrrad- und Freizeitfunk
19 27,185 Lkw-Fahrer, Fernverkehr (WiMo)
20 27,205 Allgemeiner Funkverkehr
40 27,405 Allgemeiner Funkverkehr

Das Muster: Die unteren Kanäle werden oft für regionale Gruppen genutzt, Kanal 9 bleibt Notfällen vorbehalten – eine Konvention, die sich seit den 1970ern gehalten hat.

Frequenzkanäle und ihre typischen Verwendungen

  • Kanal 9 (27,065 MHz) gilt international als Notrufkanal (WiMo)
  • Kanal 19 (27,185 MHz) wird bevorzugt von Lkw-Fahrern auf Fernstrecken genutzt (WiMo)
  • Auf den Kanälen 11, 29, 34, 39, 40, 61, 71 und 80 erlaubt die Bundesnetzagentur Sprachübertragung über unbemannte automatisch arbeitende CB-Funkanlagen und Internetkopplungen (Bundesnetzagentur)

Der Clou: Wer nur auf Kanal 19 lauscht, hört vor allem Durchsagen von Fernfahrern. Wer die Stillen Kanäle (1–8, 10–18) ansteuert, findet oft lokale Stammtische und technische Diskussionen.

Was bedeutet „Rubber Ducky“ im CB-Funk?

CB-Funk-Slang verstehen

  • Rubber Ducky – bezeichnet eine Person, die viel redet, aber wenig Substanz liefert (Wikipedia)
  • 10:10 – Empfang gut, halte Position (Wikipedia)
  • Breaker – Funkspruchunterbrechung, um einen laufenden Dialog zu stören oder sich einzuklinken (Wikipedia)
  • Backbone – Haupstrecke, z. B. Autobahn (Wikipedia)

Der Slang ist ein lebendiges Erbe der 1970er-Jahre, als Funker in Großbritannien noch illegal unterwegs waren und eine Geheimsprache brauchten, um unerkannt zu bleiben.

Weitere gebräuchliche Ausdrücke

  • „Was ist los auf dem Kanal?“ – Frage nach aktuellen Verkehrsinformationen
  • „QRT“ – Sendeabbruch / Funkstille (Wikipedia)
  • „Hör mal, du hast einen Rubber Ducky auf dem Kanal“ – Warnung vor einem Dauerredner

Das Verständnis des Slangs erleichtert den Einstieg und zeigt, dass man zur Gemeinschaft gehört.

Was ist die 3-3-3-Regel für Funkgeräte?

Die 3-3-3-Regel erklärt

  • 3 Sekunden Pause nach dem Senden – damit andere Funker die Möglichkeit haben, sich zu melden (Wikipedia)
  • 3 Sekunden Pause vor der Antwort – vermeidet Überlappungen und gibt dem Gegenüber Zeit, seinen Satz zu beenden
  • Maximal 3 Minuten Sendung – begrenzt die Sendedauer, um den Kanal nicht zu blockieren (Wikipedia)

Diese ungeschriebene Regel wird von den meisten CB-Funkern eingehalten und sorgt für ein geordnetes Miteinander auf den Kanälen.

Anwendung im CB-Funk-Alltag

Einsteiger unterschätzen oft, wie schnell ein Kanal durch Dauerreden verstopft wird. Die 3-3-3-Regel ist keine gesetzliche Vorschrift, aber eine bewährte Etikette – wer sie ignoriert, wird schnell von anderen Funkern zurechtgewiesen (WiMo).

Warum das zählt

Ein Funker, der die 3-3-3-Regel missachtet, blockiert im Extremfall den Notrufkanal 9 – das kann im Ernstfall Leben kosten. Deshalb legen erfahrene Funker großen Wert auf Disziplin (Wikipedia).

Disziplin auf dem Kanal schützt nicht nur die Gesprächskultur, sondern im Notfall auch Leben.

Zeitleiste: CB-Funk in Europa

  • 1970er Jahre: CB-Funk in Großbritannien illegal, viele Nutzer im Untergrund
  • 1981: Legalisierung des CB-Funks in Großbritannien – der „CB-Boom“ beginnt
  • 1975: Zulassung des CB-Funks in Deutschland (MWF-Service, Informationsseite)
  • 2022: Gerüchte über ein CB-Funk-Verbot in Deutschland (nicht bestätigt)

Die Entwicklung zeigt: CB-Funk war immer auch ein politischer Indikator – zwischen Freiheit, Regulierung und Popkultur.

Bestätigte Fakten

  • CB-Funk ist in Deutschland legal und lizenzfrei (Bundesnetzagentur)
  • Es gibt 40 CEPT-Kanäle von 26,965 bis 27,405 MHz (DL3FTZ)

Was unklar ist

  • Ob 2022 ein CB-Funk-Verbot in Deutschland geplant war – keine offizielle Quelle
  • Ob die Nachfrage nach CB-Funk in den nächsten Jahren steigt oder fällt
  • Ob irische Lizenzpflichten auch für Kurzaufenthalte gelten – die genaue Vollzugspraxis ist nicht öffentlich dokumentiert
  • Die 3-3-3-Regel wird von Funkamateuren empfohlen, ist aber keine gesetzliche Vorschrift

„CB-Funk ist in Deutschland eine private, nicht kommerzielle Funkanwendung.“

Bundesnetzagentur, Allgemeinzuteilung Vfg. 21/2021

„CB-Funk ist ein Jedermannfunkdienst im 27-MHz-Band, der ohne individuelle Zulassung genutzt werden kann.“

– Wikipedia, freies Lexikon

Die beiden Stimmen – Regulierungsbehörde und offene Enzyklopädie – zeichnen das gleiche Bild: CB-Funk ist niedrigschwellige Kommunikationstechnik, aber kein rechtsfreier Raum.

Wer sich für die Slang-Begriffe im CB-Funk interessiert, findet auch im Bereich SIP-Slang und Telefonie interessante Parallelen zur Jugendsprache.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich CB-Funk ohne Lizenz nutzen?

Ja, in Deutschland ist CB-Funk lizenzfrei. In Irland benötigen Sie eine Lizenz.

Wie viel kostet ein CB-Funkgerät?

Einstiegsgeräte gibt es ab ca. 30 Euro, hochwertige Modelle mit SSB und 80 Kanälen kosten 100–200 Euro (WiMo).

Welcher Kanal ist für Notfälle vorgesehen?

Kanal 9 (27,065 MHz) ist international der Notrufkanal (WiMo).

Was ist der Unterschied zwischen FM und AM im CB-Funk?

FM (Frequenzmodulation) ist störresistenter und wird in Deutschland bevorzugt. AM (Amplitudenmodulation) ist älter und anfälliger für Störungen, hat aber eine leicht höhere Reichweite bei gleicher Leistung (DL3FTZ).

Ist CB-Funk noch aktuell oder veraltet?

CB-Funk ist technisch alt (entwickelt in den 1940ern), aber als Jedermannfunk für Kurzstrecken ohne Infrastruktur nach wie vor praktisch – besonders auf Reisen und in Regionen ohne Mobilfunkabdeckung (WiMo).

Kann ich mit einem CB-Funkgerät auch andere Frequenzen empfangen?

Nein, handelsübliche CB-Geräte sind auf das 27-MHz-Band beschränkt. Zum Empfang von Polizei- oder Flugfunk ist ein Scanner erforderlich – das Abhören ist in Deutschland jedoch nur in Ausnahmefällen erlaubt.

Welche CB-Funk-Marke ist die beste?

Marken wie Midland, Albrecht und Uniden gelten als zuverlässig. Die Wahl hängt vom Einsatzzweck ab: Einsteiger greifen zu Midland, Profis zu Albrecht-Modellen mit SSB (WiMo).

Wie kann ich die Reichweite meines CB-Funks erhöhen?

Eine gut abgestimmte Antenne (z. B. ¼-Lambda oder ⅝-Lambda) bringt mehr als ein Leistungsverstärker. Auch die Standorthöhe (Dach, Freifeld) und die Nutzung von SSB-Modulation verbessern die Reichweite (DL3FTZ).

Der CB-Funk ist kein Relikt – er lebt in einer Nische, die von Enthusiasten, Fernfahrern und Technikinteressierten besetzt wird. Die Einstiegshürde ist niedrig: ein Gerät für 30 Euro, die 40 Kanäle im 27-MHz-Band und das Wissen um die 3-3-3-Regel genügen. Für den Einsteiger in Deutschland ist die Entscheidung klar: lizenzfrei losfunken, Kanal 9 für Notfälle respektieren, Kanal 19 belauschen – oder auf Dauer im Rauschen untergehen.